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Archiv der Kategorie Produktpolitik
Zucker: eine “Chance” für Krankenhäuser?
3.4.2007 von theunissen.
Im Laufe der Jahrzehnte nehmen einige Krankheiten in der Gesellschaft ab, während andere sich immer weiter ausbreiten. Eine Krankheit, die in fast allen Ländern zunimmt, ist Diabetes. Vor allem Diabetes 2, die häufig als Altersdiabetes bezeichnet wird, obwohl mittlerweile viele junge Menschen an ihr erkranken.
Experten gehen davon aus, dass pro Minute sechs Menschen an Folgeerkrankungen der Diabetes sterben. Die WHO nimmt an, dass sich die Anzahl der Diabetiker alle zehn Jahre verdoppeln wird. Eine Studie aus Asien stellt sogar fest, dass die Zunahme der Typ 2 Diabetes mit der Zunahme der Autos korreliert.
Gründe für die Zunahme sind ungesundes Essen und fehlende Bewegung. Aber auch erbliche Faktoren spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle.Klar ist, dass durch die starke Zunahme der Diabetes eine riesige Kostenlawine auf das Gesundheitssystem zurollt.
Was heißt das für Krankenhäuser und ihr Krankenhausmarketing? In Zukunft werden immer mehr Menschen an Diabetes erkranken und sich nach einer geeigneten Behandlung für ihr Leiden umsehen. Sieht man diese Diabetiker als die Kunden, die sie ja letztlich sind, stellt die Diabetesbehandlung ein Produkt dar, dessen Nachfrage in Zukunft erheblich steigen wird. Eine Entwicklung, die Krankenhäuser bereits heute bei ihrer Marketingplanung berücksichtigen sollten.
Mittlerweile ist es möglich, Menschen darauf zu untersuchen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie in Zukunft an Diabetes erkranken. Sollten Krankenhäuser hier Programme anbieten, die dabei helfen, den Ausbruch der Krankheit zu verhindern? Ärzte im Team mit Ernährungs- und Sportwissenschaftlern?
In Lille (Frankreich) wurde beispielsweise mit einer neuen Behandlungsform experimentiert. Insulinproduzierende Zellen aus der Bauchspeicheldrüse von Organspendern werden Typ 1 Diabetikern verpflanzt, so dass deren eigene Bauchspeicheldrüse wieder Insulin produzieren kann.
Und wie sieht es mit den ethnischen Minderheiten in Deutschland aus: Jeder 12. Immigrant in Deutschland ist zuckerkrank. Das sind doppelt so viele Patienten wie in der deutschen Bevölkerung. Vor allem türkische Frauen kompensieren den Mangel an sozialen Kontakten häufig mit Essen. Mangelnde Sprachkenntnisse machen eine zielgerichtete Diabetesinformation oft nicht möglich.
Dennoch gibt es in Deutschland nur 17 Schwerpunktpraxen mit türkisch-sprachiger Diabetesinformation für rund 3 Millionen in Deutschland lebende Türken. Eine Lücke, die möglicherweise auch die Produktpolitik der Krankenhäuser schließen kann.
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Krankenhaus als Hotel
19.3.2007 von theunissen.
Komfortabel geht es nur für die wenigsten Patienten im Krankenhaus zu. Fast jeder hat bereits Erfahrungen mit schlechtem Essen, unangenehmen Weckzeiten und gestresstem Personal gemacht. Aber vielleicht bieten genau diese schlechten Erfahrungen auch Chancen für Krankenhäuser: Zum Beispiel durch so genannten Patientenhotels.
So plant die Uniklinik Lübeck einen Komplex mit 120 Zimmern der Kategorie „Drei Sterne plus“ mit Rezeption, Restaurant, Bar und Tagungsräumen. Untergebracht sollen hier Patienten werden, die zwar noch stationär aufgenommen sind, aber nicht ständig unter Aufsicht stehen müssen. Wenn es der Lübecker Klinik gelingen sollte, das nötige Geld für die Investition aufzutreiben, wird die Maritim-Hotelkette das neue Patientenhotel planen, bauen und schließlich betreiben.
Patientenhotels ermöglichen es dem anspruchsvollen Patienten, in einer angenehmeren Atmosphäre zu genesen. Aber auch die Kliniken selbst profitieren von der neuen Regelung: Die Hotelbetten sind pro Tag zwischen 60 und 100 Euro günstiger als Krankenhausbetten, die Fallpauschalen werden aber komplett in Rechnung gestellt. Will der Patient länger bleiben, zahlt er diese Zusatzleistung selbst. Auch Angehörige können sich, allerdings zum normalen Hotelpreis, einmieten.
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