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Privatkliniken auf der Überholspur?

Dieser Eintrag stammt von stemmer Am 3.9.2009 @ 08:46 In Marketing | Keine Kommentare

Im Zuge des immer stärker werdenden Kostendrucks aufgrund von gedeckelten Budgets und steigenden Ausgaben für Personal, Energie und medizinische Versorgung sind Krankenhäuser auf der Suche nach effizienten Lösungen.

Um auf dem Markt überleben zu können, sind sie aufgefordert zu wachsen und mehr Umsatz zu generieren. Eine höhere Produktivität und die Steigerung der Einnahmen können oft nur über eine Ausweitung bzw. Umstrukturierung der Geschäftsfelder erfolgen. Dabei sei beispielsweise an besondere Pflegeleistungen für Senioren oder Privatpatienten zu denken. Des Weiteren spielen räumliche Veränderungen innerhalb von Krankenhäusern eine große Rolle, um Zeit bei den zu überbrückenden Wegen zu sparen. Alle diese Maßnahmen verbessern die Wettbewerbssituation.

Aber woher werden die finanziellen Mittel für eine derartige Umgestaltung genommen?

Die finanzielle Entlastung von Kliniken durch die Krankenhausreform sowie die Konjunkturpakete in diesem Jahr sorgten nur für eine kurze Verschnaufpause. Wer im Wettbewerb bestehen möchte und seine Kosten massiv senken will, muss Investitionen tätigen. Das Problem: Investitionen und Abschreibungen dürfen nicht in die Preise von Krankenhausleistungen miteinbezogen werden. Der Grund dafür sind die Abrechnungen mit den Kassen. Im Normalfall würden die Investitionsausgaben von den Kommunen getragen. Allerdings haben die in Vergangenheit erwirtschafteten Verluste oft zu Kürzungen von Geldern für Investitionsvorhaben geführt.

Das Resultat: Derzeit sind nach einer Untersuchung des RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsförderung) 15 % der Krankenhäuser insolvenzgefährdet und seit 1996 hat die Zahl der Privatklinken um 41,6 % zugenommen, was einem Marktanteil von ungefähr 28 % entspricht. Privatkliniken schaffen es zusätzliche Gewinne zu erzielen, von denen öffentliche Kliniken weit entfernt sind. Bei Privatkliniken ist die Arbeitsauslastung weitaus höher, beispielsweise werden Aufgaben der Verwaltung an Servicekräfte und Tätigkeiten von Ärzten an Assistenten delegiert. Es sind auf diese Weise Einsparungen von zwei bis drei Prozent der Personalkosten realisierbar.

Zukünftig bleibt zu erwarten, dass das Leistungsportfolio vieler Kliniken so sehr ausgeweitet wird, dass alle Dienstleistungen im Gesundheitsbereich in einem Haus angeboten werden – das heißt von der “Geburt bis zum Tod”.

Der Vorteil von Privatkliniken liegt darin, dass sie den Privatpatienten eine freie Wahl der angebotenen Leistungen bieten dürfen und somit ihre „Kunden“ stärker an sich binden. Öffentliche Kliniken hingegen rechnen über die Fallpauschale ab, wobei Sonderwünsche, Einzelzimmer und Chefarzt gesondert in Rechnung gestellt werden können. Kleinere Häuser, die nicht das gesamte Leistungsspektrum anbieten können, werden hingegen gezwungen sein sich auf einzelne erfolgversprechende Geschäftsfelder zu konzentrieren.


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