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Archive für 14.7.2008
Notfallmedizin als Profilierungsstrategie!?
14.7.2008 von theunissen.
Es ist Fakt, dass jede Klinik in Deutschland (Ausnahme Privatkliniken und Reha-Einrichtungen) über eine Notfallambulanz verfügen muss, die im Notfall erste Hilfe leistet! Patienten werden nicht nach der Reihenfolge ihres Eintreffens, sondern nach Dringlichkeit der Versorgung behandelt.
In Deutschland ist es so, dass es in vielen Kliniken keine zentrale Notfallambulanz gibt. Stattdessen haben einzelne Abteilungen eigene Notfallambulanzen. Der Patient kommt also auf die Station, die auf den ersten Blick seinen Beschwerden entspricht. Bis er aber auf der richtigen Station ist, kann er bereits eine zeitaufwändige Irrfahrt durch verschiedene Stationen hinter sich haben! Eine problematische Situation, zumal viele Behandlungen maßgeblich von ihrer zeitnahen Durchführung abhängen. Außerdem herrscht in vielen Kliniken die Meinung vor, dass es sich bei Notaufnahmen um Kostenfresser handelt, die nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Das hängt zum Beispiel damit zusammen, dass »im Eifer des Gefechtes« Leistungen am Patienten erbracht, aber nicht in Rechnung gestellt werden.
Dennoch gibt es neben der gesetzlichen Notwendigkeit viele Gründe, warum eine Notaufnahme notwendig ist. Und zwar nicht die verschiedenen Notaufnahmen der einzelnen Stationen, sondern eine zentrale Versorgung nach amerikanischem Vorbild. Eine interdisziplinäre Notaufnahme kann zu einem rettenden Zeitgewinn führen, der zu einer Kernkompetenz der Klinik ausgebaut werden kann. Im Notfall zufrieden behandelte Patienten denken an die Klinik, wenn mal ein stationärer Aufenthalt notwendig wird. Die Notaufnahme stellt das Eingangstor zur Klinik dar und liefert so stationäre Patienten.
Die Notaufnahme prägt auf diese Weise das Bild einer Klinik in der Öffentlichkeit - ein Faktor, der mit Hinblick auf die Zukunftssicherung bedrohter Kliniken nicht vernachlässigt werden darf!
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