Archive für Juli 2008

Information als Weg zur Zukunftssicherung

Erst gestern wurde eine Studie der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zum Thema »Kinder im Krankenhaus« veröffentlicht. Die Ergebnis sind interessant - vor allem in Hinblick auf die Zukunftssicherung der verschiedenen Kliniken.

Qualitativ, also in Hinblick auf die Versorgung der kleinen Patienten, gab es keine Beanstandungen. Allerdings wurde die Einbindung und Information der Eltern von diesen stark kritisiert. Laut Studie sind »zwischen 26 und 69 Prozent der Eltern völlig unzufrieden mit der Informationsvermittlung des Krankenhauses und fühlen sich in keiner Weise in den Entscheidungsprozess eingebunden.«

In Zeiten, in denen Patienten und ihre Angehörige durchaus als Kunden der Kliniken bezeichnet werden müssen, ein alarmierendes Ergebnis. Schließlich setzt sich Kundenzufriedenheit in diesem Fall nicht nur aus der rein medizinischen Versorgung zusammen. Auch kommunikative Aspekte dürfen nicht vernachlässigt werden, damit Kinder und Eltern von ihren Ängsten befreit werden und sich gut versorgt fühlen.

Und gerade diese mangelnde Kommunikation und Information lässt sich relativ einfach beheben. Eine Klinik, die sich das Bedürfnis der Eltern nach mehr Information zu Herzen nimmt und dadurch die Zufriedenheit der Kunden erheblich vergrößert, hat vielleicht den entscheidenen Mehrwert in Bezug auf die Konkurrenz erzielt und einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit getan.

Notfallmedizin als Profilierungsstrategie!?

Es ist Fakt, dass jede Klinik in Deutschland (Ausnahme Privatkliniken und Reha-Einrichtungen) über eine Notfallambulanz verfügen muss, die im Notfall erste Hilfe leistet! Patienten werden nicht nach der Reihenfolge ihres Eintreffens, sondern nach Dringlichkeit der Versorgung behandelt.

In Deutschland ist es so, dass es in vielen Kliniken keine zentrale Notfallambulanz gibt. Stattdessen haben einzelne Abteilungen eigene Notfallambulanzen. Der Patient kommt also auf die Station, die auf den ersten Blick seinen Beschwerden entspricht. Bis er aber auf der richtigen Station ist, kann er bereits eine zeitaufwändige Irrfahrt durch verschiedene Stationen hinter sich haben! Eine problematische Situation, zumal viele Behandlungen maßgeblich von ihrer zeitnahen Durchführung abhängen. Außerdem herrscht in vielen Kliniken die Meinung vor, dass es sich bei Notaufnahmen um Kostenfresser handelt, die nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Das hängt zum Beispiel damit zusammen, dass »im Eifer des Gefechtes« Leistungen am Patienten erbracht, aber nicht in Rechnung gestellt werden.

Dennoch gibt es neben der gesetzlichen Notwendigkeit viele Gründe, warum eine Notaufnahme notwendig ist. Und zwar nicht die verschiedenen Notaufnahmen der einzelnen Stationen, sondern eine zentrale Versorgung nach amerikanischem Vorbild. Eine interdisziplinäre Notaufnahme kann zu einem rettenden Zeitgewinn führen, der zu einer Kernkompetenz der Klinik ausgebaut werden kann. Im Notfall zufrieden behandelte Patienten denken an die Klinik, wenn mal ein stationärer Aufenthalt notwendig wird. Die Notaufnahme stellt das Eingangstor zur Klinik dar und liefert so stationäre Patienten.

Die Notaufnahme prägt auf diese Weise das Bild einer Klinik in der Öffentlichkeit - ein Faktor, der mit Hinblick auf die Zukunftssicherung bedrohter Kliniken nicht vernachlässigt werden darf!

Lichtblick oder Tropfen auf den heißen Stein?

Auf einer Konferenz in Plön traf sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt mit den Gesundheitsministern der Länder, um über die aktuelle Situation der Krankenhäuser zu sprechen. Ergebnis des Treffens: den Kliniken wird der Sanierungsbeitrag in Höhe von rund 400 Mio. Euro erlassen. Den Sanierungsbeitrag ziehen die Krankenkassen den Kliniken ab, um den eigenen Haushalte zu sanieren. Ein Teil der Personalkostensteigerungen wird erstattet und ein größerer Betrag für Pflegekräfte zur Verfügung gestellt. Um welche konkreten Beträge es sich in diesen Bereichen handelt, steht allerdings noch nicht fest.

Außerdem wurde vereinbart, dass frühestens ab 2010 Leistungen in Krankenhäusern überall in Deutschland gleich bezahlt werden. Zurzeit ist es so, dass zum Beispiel eine Blinddarm-OP in einem Bundesland deutlich preisgünstiger ist als in einem anderen.

Dies scheint aus Sicht mancher Krankenhäuser ein erstes Licht am Ende des Tunnels zu sein. Andere sehen darin aber eher einen Tropfen auf den heißen Stein. Und auch Ulla Schmidt wollte im Rahmen der Konferenz eigentlich mehr erreichen. So sollten sich die Länder zu Investitionen in die Kliniken verpflichten.

Zumindest scheinen die Schwierigkeiten der Kliniken nun auch bei den Politikern angekommen zu sein.

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