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Archive für 10.6.2008
Jedes dritte Krankenhaus ist von der Insolvenz bedroht!
10.6.2008 von theunissen.
Auch aktuell sind die deutschen Kliniken und ihre teils desolate Finanzlage wieder in den Medien. Grund hierfür ist der heute vorgestellte Krankenhaus Rating Report 2008 des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung.
Die Ergebnisse der Studie sind erschreckend: Der Anteil der Krankenhäuser, die im roten Bereich liegen, liegt laut Prognose für das Jahr 2008 bei 34 %. 2005/2006 lag dieser Wert bei 18 % - eine erheblich Verschlechterung also. Bis 2020 könnte der Prozentsatz der Kliniken im roten Bereich auf 50 % steigen. Laut Studie ist also jedes dritte Krankenhaus von der Insolvenz bedroht!
Grund für die Schwierigkeiten deutscher Krankenhäuser ist eine Finanzierungslücke von schätzungsweise 1,3 bis 2,2 Mrd. Euro: die Kosten der Kliniken steigen stärker als die gedeckelten Budgets. Um die eigene Klink zu retten, sind Gegenmaßnahmen nötig. Allerdings wurde in den vergangenen Jahren bereits an allen möglichen Ecken und Enden gespart, wodurch das Ausscheiden der schwächsten Marktteilnehmer realistisch erscheint. Dadurch würde sich die Lage der übrigen Kliniken verbessern. Ein schwacher Trost, wenn die eigenen Klinik gerade vor der Schließung steht.
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Welche Klinik ist die Beste?
10.6.2008 von theunissen.
Dass nicht alle Kliniken in Deutschland alle Krankheiten gleich gut behandeln, ist ein offenes Geheimnis. Für den Patienten kommt die Wahl des geeigneten Krankenhauses fast einem Glücksspiel gleich - wobei der Einsatz die eigene Gesundheit, in manchen Fällen sogar das eigene Leben zu sein scheint.
Mittlerweile sind die Krankenhäuser verpflichtet, Qualitätsberichte zu erstellen, in die der potenzielle Patient Einsicht erhalten kann. Das wissen viele aber nicht. Und die Internet-Recherche wartet häufig mit widersprüchlichen Informationen auf.
Seit dieser Woche gibt es im Internet ein Projekt, das für mehr Transparenz in Bezug auf die Qualität der Krankenhäuser sorgen soll: die »Weisse Liste« der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit sechs Patientenorganisationen. Hier können Patienten nach dem geeigneten Krankenhaus für die eigenen Beschwerden suchen. Die Grundlage bilden Qualitätsberichte ergänzt durch verschiedene Zusatzinformationen (Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige etc.). Darüber hinaus wurde ein Patienten-Fragebogen entwickelt, den die Kliniken an Ihre »Kunden« weiterreichen können. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht. Dabei ist das Projekt gemeinnützig und unabhängig.
Für die Entscheider heißt das vor allem eins: Potenzielle Kunden haben eine weitere leicht handbare Informationsmöglichkeit und sind weniger auf den Rat des überweisenden Arztes angewiesen. Um bei der Suche nach einer geeigneten Behandlung im Rennen zu bleiben, muss noch stärker auf Qualität geachtet und die Kernkompetenzen herausgestellt werden. Dabei dürfen aber die Bedürfnisse des Patienten, die über die eigentliche Behandlung hinausgehen, nicht vernachlässigt werden. Somit stellt die »Weisse Liste« für Kliniken, die bereits gut aufgestellt sind, eine Chance dar. Kliniken, die nicht den Patienten in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellen, können dies in Zukunft noch weniger verschleiern. Hier besteht - nicht nur wegen der »Weissen Liste« starker Handlungsbedarf.
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