Archive für April 2008

Zweiklassengesellschaft in der Medizin?

Gerade wurde eine neue Studie des Instituts für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie der Uni Köln veröffentlicht. Resultat: Gegenüber Kassenpatienten bekommen Privatpatienten schneller Termine bei Ärzten und müssen weniger Wartezeit in Kauf nehmen. Für den Patienten erscheint das auf den ersten Blick ungerecht, scheinen Ärzte Termine an Privatpatienten doch früher zu vergeben, weil sie an diesen eben auch mehr verdienen.

Bei dieser Beurteilung wird aber ein wichtiger Aspekt nicht berücksichtigt. Jeder Arzt erhält pro Quartal ein bestimmtes Budget von den verschiedenen Kassen. Häufig reicht dieses Budget nicht für alle Versicherten, die sich in dem Quartal behandeln lassen wollen. Der Arzt muss diese Patienten, will er nicht gratis arbeiten, in das nächste Quartal verschieben.

Und wenn wir ehrlich sind: Welcher Maurer zieht eine Mauer hoch, wenn er weiß, dass er für seine Leistung nicht entsprechend bezahlt wird?

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