Archive für März 2008

Mehr Geld für Kliniken?

Während den Kliniken in Deutschland in der Realität immer weniger Geld zur Verfügung steht, schlägt nun der aktuelle Krankenhaus Rating Report des Rheinisch-Westfälischen Insituts für Wirtschaftsforschung (RWI) Alarm: Kliniken brauchen nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Eigenverantwortung, um am Markt auch weiterhin bestehen zu können. Untersucht wurde vor allem der Zusammenhang zwischen Wirtschaftlichkeit und Qualität.

Bis 2006 habe sich die Finanzlage vieler Kliniken entspannt; seit 2007 sei aber eine erneute Zuspitzung zu verzeichnen. Für 2008 sei mit einer Finanzierungslücke von 1,3 bis 2,2 Milliarden Euro zu rechnen. Eine bedrohliche Zukunft vor allem für kleine Kliniken.

Die Studie macht auch Verbesserungsvorschläge. Die positive Lage des Jahres 2006 kann mit einer Marktbereinigung um 10 % wieder erreicht werden, zumindest wenn der Sanierungsbeitrag durch die Bundesregierung wieder abgeschafft wird. Außerdem sollen die einzelnen Länder die knappen Gelder besonders effizient einsetzen.

Wenn diesen und einigen weiteren Handlungsempfehlungen nachgegangen werde, könne der Anteil der Krankenhäuser im roten Bereich (von den 90 %, die noch am Markt bestehen), von den für 2008 erwarteten 34 % auf 20 % gesenkt werden. Schade nur, dass das den 10 % »bereinigten« Kliniken auch nicht mehr hilft.

Mehr Qualität durch Simulanten

In Zeiten, in denen die Qualitätsstandards vieler Kliniken an den Pranger gestellt werden, freut man sich besonders über positive Nachrichten in diesem Bereich.

Zum Beispiel über die Uniklinik in Münster. Dort wurde bereits im November letzten Jahres das bundesweit erste Studienhospital eröffnet. Bei den Patienten handelt es sich um perfekt geschminkte Schaupieler, die in nachgestellten Klinikräumen (vom Bett über den Nachtisch bis zum Desinfektionsmittel ist alles vorhanden) von Studenten behandelt werden. Durch eine nur einseitig durchsichtige Scheibe sehen Kommilitonen und Tutoren bei der Behandlung zu und geben direkt im Anschluss Feedback.

Ziel ist es, den angehenden Ärzten eine möglichst realistische Krankenhausszene zu bieten, um so praktische Erfahrung bei der Behandlung von Patienten zu sammeln. Durch den frühen Praxisbezug sollen die Leistungen der Studenten verbessert werden.

Früh übt sich eben, wer ein guter Arzt werden möchte.

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