Archive für 11.2.2008

Lage der Krankenhäuser weiter kritisch

Die Deutsche Krankenhaus Gesellschaft (DKG) rechnet für das Jahr 2008 mit einem Finanzloch von 2,2 Mrd. Euro und damit mit weiteren Stellenkürzungen. Dabei beruft sich die Gesellschaft auf eine Expertise des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Deutsche Warentreuhand zur wirtschaftlichen Situation der Krankenhäuser.

Aus der Expertise ist ersichtlich, dass zum Beispiel Tarifsteigerungen, steigende Energiekosten und Sanierungsabgaben im Jahr 2008 zu einer Unterfinanzierung der Krankenhäuser in Höhe von bis zu 2,2 Mrd. Euro führen werden. Das entspricht dem notwendigen Betrag für die Finanzierung von 40.000 Klinikärzten oder 66.000 Pflegekräften.

Entlassungen wären die Folge. Das heißt für den Patienten in vielen Fällen: lange Wartezeiten und überlastetetes Personal. Die DKG fordert die Bundesregierung auf, zu einer Lösung dieser Finanzmisere beizutragen. Schließlich würde diese den Krankenhäusern durch die Sanierungsabgabe rund 300 Mio. Euro entziehen. Gleichzeitig fordert Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt höhere Löhne für Schwestern und Pfleger. Kein Wunder also, dass hier viele Klinikmitarbeiter wütend reagieren.

Hamburger Krankenhaus auf dem Weg in die Zukunft

Einen entscheidenden Schritt in Richtung Zukunftssicherung hat das Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus in Hamburg zurück gelegt. Bereits im Januar wurde der neue OP eröffnet - einer der modernsten OPs Europas. Neben der hochmodernen Architektur des Saals ist es vor allem die herausragende Technologie, die begeistert.

Ein Beispiel: Rötgenbilder und Endoskopiebefunde werden direkt auf die Bildschirme der Chirugen übertragen, Live-Schaltungen in andere medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Praxen oder sogar Kongresse sind jederzeit möglich. Durch Glaswände lässt sich der OP besonders gut reinigen. Die Geräte werden bei Bedarf so in Stellung gebracht, dass keine Kabel zu Stolperfallen werden.

Ralf Pinnau, Geschäftsführer des Ev. Amalie Sieveking-Krankenhauses, erklärte im Internet (http://www.amalie.de/): „Mit diesem Projekt setzen wir unsere Strategie fort, auch als kleineres Haus Technologieführerschaften zu realisieren. Nach der erfolgreichen Implementierung der Herzinfarktversorgung mit einem der modernsten Katheterlabore Norddeutschlands werden wir nun in Zusammenarbeit mit Olympus ein Zentrum für die minimal invasive Chirurgie und minmal invasive operative Gynäkologie weiter ausbauen. Es ist sicherlich einer der interessantesten Arbeitsplätze für minimal invasive Chirurgen entstanden, was unsere Attraktivität für Angestellte und Konsiliarärzte dauerhaft erhöht.“

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