Archive für 3.9.2007

Das Prinzip »billig« im Gesundheitswesen

Wir alle wissen, dass im Gesundheitswesen immer stärker gespart wird. Das hat zur Folge, dass der Patient für viele Leistungen, die in der Vergangenheit von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wurden, jetzt in die eigene Tasche greifen muss. Und das oft tief.

Verschiedene Anbieter haben hier ihre Chance gewittert. Billiganbieter im Gesundheitswesen, so wie die Discounter im Lebensmittelmarkt, schienen eine lohnende Investition darzustellen. Jetzt zeigt sich aber mehr und mehr, dass das Prinzip »billig« im Gesundheitswesen nicht oder nur unzureichend zu funktionieren scheint.

Ein Jahr ist es her, dass das Krefelder Unternehmen »McZahn« in den Markt eintrat und mit billigem Zahnersatz aus China warb. Zwar sagte Egon Peifer, Sprecher des Unternehmens, gestern auf »Welt-Online«, dass das Geschäft bombig laufe, die Zeitung stellte aber klar, dass die Zahlen anders aussähen. Bis 2009 sollten mehr als 400 Praxen eröffnet werden. Jetzt sind es gerade mal vier! Dennoch halte sich die Kette am Markt.

Warum gibt es Schwierigkeiten, wenn es um das Anbieten von Dienstleistungen im Billigpreissektor geht? Auch hier gibt »die Welt« direkt eine Antwort: Das Vertrauen in die Unternehmen fehle.

Was heißt das nun konkret? Auch in Deutschland, und vor allem im Gesundheitsmarkt, sind Preise nicht alles. Ihnen als Anbieter bringen niedrige Preise überhaupt nichts, wenn Sie nicht zunächst das Vertrauen Ihrer Patienten gewonnen haben. Ist die logische Konsequenz, dass Dienstleister, die sich das Vertrauen der Patienten bereits erworben haben, auch höhere Preise durchsetzen können?

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