Archive für August 2007

PPP als Investitionslösung

Das Konzept der Public Private Partnerships (PPP) ist nicht neu. Öffentlicher Finanzierungsbedarf soll im Rahmen dieses Konzeptes durch privates Kapital in Form von partnerschaftlichen Investitionslösungen gedeckt werden. Privates Kapital und Fachwissen zur Erfüllung staatlicher Pflichten! Ein Konzept, dass in Zukunft auch im Krankenhaussektor relevant sein wird.

Eine Beispiel für Public Private Partnerships ist das sogenannte »Inhabermodell«: ein privates Unternehmen übernimmt den Bau, die Finanzierung und die Bewirtschaftung des Krankenhäusgebäude, während der Träger das Krankenhaus betreibt und vereinbarte Refinanzierungsbeiträge an die Investoren überweist.

Darüber hinaus gibt es verschiedene weitere Möglichkeiten des PPP. Bei allen Modellen stellt sich aber zunächst die Frage, wie die gesetzliche Regelung aussieht. Zurzeit soll die öffentliche Hand bei allen Projekten unterstützend mitwirken. Ob das auch in Zukunft noch so sein wird, ist noch unklar.

Deutsches Gesundheitssystem rentabler als gedacht?

Eine Überraschung gab es in der vergangenen Woche für viele Kliniken in Deutschland. Die neue OECD-Gesundheitsstatistik wies Ergebnisse auf, mit denen nicht jeder gerechnet hatte. Generell kann gesagt werden, dass deutsche Krankenhäuser im Vergleich zu vielen anderen Ländern erstaunlich rentabel arbeiten. Erste Folgen der Anstrengungen der einzelnen Häuser und Ende der Panikmache im Gesundheitssektor?

Nur bedingt. Laut der Studie stehen den Patienten in Deutschland nur 10,8 Krankenhausmitarbeiter je 1.000 Einwohnern gegenüber, während der Wert für die USA bei 16,1 liegt. Diese Zahlen zeigen, dass in deutschen Kliniken alles unternommen wurde, um die Kosten soweit wie möglich herunterzufahren. Aber bleibt eine gute Versorgung auch noch gewährleistet, wenn in diesem Bereich weiter gespart wird?

Und die vielgerühmte Kostenexplosion im Gesundheitswesen? Soll laut Studie gar nicht existieren. Die Krankenhausausgaben als Anteil am Bruttoinlandsprodukt sollen mit 3,7 % seit zehn Jahren gleich geblieben sein. Sogar die Krankenhauskosten pro Fall liegen im Vergleich zu anderen Ländern im Mittelfeld.

Generell kann das deutsche System laut Studie als wirtschaftlich bezeichnet werden. Gerade in Hinblick auf diese Ergebnisse stellt sich verstärkt die Frage, warum sich derzeit so viele deutsche Kliniken in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden!

Qualität in allen Bereichen!

Kaum jemand hat Zweifel daran, dass die Ausbildung zum Arzt zu einer der härtesten Ausbildungen überhaupt gehört. Und viele Kliniken haben sich die Verbesserung der Qualität der eigenen Leistungen in allen Bereichen zum Ziel gesetzt. Sicher ist aber auch, dass dieser Qualitätsgedanke, um wirklich erfolgreich zu sein, in allen Bereichen des Gesundheitswesens berücksichtigt werden muss.

Ein Beispiel: Im Rahmen der Erstversorgung übernehmen Rettungsassistenten eine äußerst wichtige Funktion. Aber wie sieht es mit ihrer Ausbildung aus? Zurzeit führen viele unterschiedliche Wege zu diesem Beruf. Der Einstieg erfolgt zum Beispiel nach einer Ausbildung zum Handwerker über eine sechswöchige Ausbildung zum Rettungshelfer; dann folgt eine Weiterbildung zum Sanitäter. Nach 1.600 Stunden als zweiter Mann im Rettungswagen steht nicht etwa eine Prüfung, sondern nur ein Abschlussgespräch mit einem Arzt.

Dass es auf diese Weise schwierig ist, einen einheitlichen Qualitätsstandard zu definieren und somit festzulegen, welche Aufgaben Rettungsassistenten übernehmen sollen, erkennt auch die »Ständige Konferenz für den Rettungsdienst« an und forderte vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages eine dreijährige Ausbildung für alle. Eine Antwort steht zurzeit noch aus.

|