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Mehr Organtransplantationen durch Kostenerstattung?

Dieser Eintrag stammt von theunissen Am 27.4.2007 @ 08:18 In Politik | Keine Kommentare

Für Schlagzeilen sorgte in dieser Woche die Forderung des Ethikrates, dass Verstorbenen Spender-Organe entnommen werden dürfen, soweit sie dem zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen haben. Die Union hat sich vehement gegen eine Neuregelung ausgesprochen.

In Deutschland warten zurzeit rund 1.200 Menschen auf ein Spenderorgan. Jedes Jahr sterben etwa 1000 Menschen, weil das benötigte Spenderorgan nicht rechtzeitig zur Stelle ist. Bei einer Umfrage stellte der Rat außerdem fest, dass 85 % der Bundesbürger einer Organspende positiv gegenüber stünden.

Aber dennoch: Durch die Neuregelung würden Menschen, die sich zu Lebzeiten nicht mit dem Thema auseinander setzen und daher keine Entscheidung für oder gegen die Spende getroffen haben, nach ihrem Tod bei Bedarf automatisch zu Organspendern. Die Angehörigen haben dann keinerlei Einfluss mehr. Der Ethikrat rechtfertigt seine Forderung damit, dass die Bürger rechtzeitig aufgeklärt und zu einer Entscheidung gedrängt werden sollen.

Und auch an den Kliniken übt der Rat Kritik: Aus Angst vor den Kosten melden zurzeit nur rund 45 % der Kliniken mögliche Spender. Ohne ausreichende Kostenerstattung ist es schwierig, diesen Prozentsatz zu steigern. Vielleicht wäre das ja ein akzeptabler Ansatzpunkt, um den 1.200 wartenden Patienten zu helfen…

 


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